| 1990 | Eine Band namens "Innung" dümpelt in der Düsseldorfer Punkrock-Szene vor sich hin. Sänger Lloyd macht mehr dadurch von sich reden, daß er bei Auftritten Sperrmüll auf die Bühne schleppt, als daß er seine spartanischen Texte vorträgt. Mit Auftritten in Bielefeld, Düsseldorf und Heiligenhaus gibt sich die Band eine Zeitlang der Illusion hin, daß sie in ganz Deutschland bekannt und über die Grenzen von Düsseldorf-Bilk hinaus beliebt ist. |
| 1991 | Die Innung ist ohne jede Perspektive: Sie hat zwar ein tolles Logo, doch es wird deutlich, daß die Ambitionen der Band im krassen Gegensatz zu ihrem musikalischen und lyrischen Output stehen. Nach einem sagenumwobenen Auftritt im Club in Heiligenhaus, zu dem die Band ihr Equipment wegen Schneesturms mit Bus und S-Bahn transportieren muß, löst sich die Innung im März auf. |
| 1993-1997 | Studienbedingt muß Lloyd nach Bielefeld ziehen. Er hat Heimweh und schreibt "Cool in Detmold", als Ausdruck seiner tiefen Sehnsucht nach dem Rheinland. Bald jedoch muß er feststellen, daß man auch fern der Heimat sein Glück machen kann. Er textet "Cool in Detmold" um. Das Lied wird zur Kleinstadt-Hymne, dessen Titel zum Synonym für Hass und Liebe zum Leben in deutschen Vororten wird. Die Innung wird reaktiviert und nimmt ein Demo mit drei weiteren Songs auf. Die "neue" Innung muß jedoch bald erkennen, daß ihre Euphorie außerhalb der Band kaum geteilt wird: Kein Label zeigt auch nur den Ansatz von Interesse für die neuen Songs. Die Band entschließt sich, die Zeit der beschaulichen Erfolglosigkeit zu nutzen und verteilt bundesweit Auflkeber von sich. Der Kult um die Innung beginnt und die Band wird immer bekannter, obwohl sie seit Jahren nicht mehr live gespielt hat. Das Demo wird kopiert und kopiert, die Anfragen nach einer Platte mehren sich. Zu oft jedoch ist das Stehvermögen einiger Gruppenmitglieder auf die Probe gestellt worden: Als man schließlich im Herbst `97 die Maxi "Cool in Detmold" aufnimmt, ist bis auf Lloyd von der Originalbesetzung niemand mehr dabei. Den Bass bedient jetzt Timo von den Neussern "Small But Angry" für die Aufnahmen wird die Innung von Tobias von den Sauerländern "Am I Jesus" unterstützt. |
| 1998 | Im Frühjahr erscheint "Cool in Detmold". Ohne live promotet zu werden verkauft sich die Platte innerhalb weniger Monate fast dreihundert Mal. Es gibt viele Anfragen nach einem Longplayer, mit den Proben dazu wird im Herbst `98 begonnen. Die Maxi bekommt derweil gute bis sehr gute Kritiken vom "Intro" übers "Veto" bis zum "Komm Küssen" und wird zum Discohit zwischen Düsseldorf und Höxter. |
| 1999 | Ein Jahr in der Besetzung Bass, Schlagzeug und Gesang mit wechselnden Gitarristen geht ins Land. Die Trommeln bedient mittlerweile das hoffnungsvolle Neusser Talent Martin, der vorher bei "Change your chucks" für Furore sorgte. Nachdem sich der gute Freund der Band Tobias wieder seinem Haupterwerb als Gitarrero von "Am I Jesus" zuwendet, folgen ihm in kurzem Abstand die Saitenschwinger Thomas von "Honey Rider" sowie Sven von "Frozen Audience". Immer mal wieder springt auch "Small but angry"-Jens ein, der unverhofft in den Proberaum schneit um die Band mit unkonventionellen Ideen zu inspirieren. Langsam setzt sich die Erkenntnis durch, dass man einen Gitarristen suchen sollte der nicht 400 km entfernt von Düsseldorf wohnt und nebenbei noch in drei anderen Bands spielt. Bis dahin wird bei Trashmark schon mal topmodisches Merch in Auftrag gegeben, das innerhalb weniger Wochen "sold out" ist. Der Verkaufserfolg zeigt, wie begierig die Fangemeinde jedes neue Lebenszeichen der Band aufnimmt. |
| 2000 | Ex-"Axel Sweat" Fox wird also gefragt, der in der Nachbarschaft wohnt und den man schon längst mal hätte kontaktieren sollen. Er sagt zu. Fix begibt man sich an die Aufgabe "Track für Extreme Neuss Terror-Sampler schreiben, proben und aufnehmen!", die Killer-Release-Chef Guntram der Band im Frühjahr stellt. Schon Ende des Jahres ist das Werk vollbracht. Nach einem umjubelten Proberaum-Auftritt für den "inner circle" der Band (Geschwister, Nachbarn und Hausmeister) bereitet man sich generalstabsmäßig auf den Extreme Neuss Terror am 8.12 im Scholl-Haus in Neuss vor... |